
Calw. Im Landratsamt Calw traf sich SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode zu einem ausführlichen Gespräch mit Landrat Helmut Riegger. Dabei wurde deutlich, vor welch großen Herausforderungen der Landkreis aktuell steht – von den Finanzen über die medizinische Versorgung bis hin zu Fragen der Mobilität und Bürokratie.
Ein Schwerpunkt lag auf der finanziellen Situation der beiden Kreiskrankenhäuser in Calw und Nagold. Landrat Riegger machte deutlich, dass die Umsetzung des Medizinkonzepts für den Landkreis zwingend notwendig sei, gleichzeitig aber ein Kraftakt bleibe. Steinrode kritisierte scharf die Schließung der Notfallpraxen. „Das ist ein herber Verlust für die Region. Wenn Patientinnen und Patienten keine zentrale Anlaufstelle mehr haben, landen sie in den Notfallambulanzen – die sind ohnehin schon am Limit. Diese Entscheidung geht klar zu Lasten der Menschen im Kreis Calw“, so Steinrode. Auch der zunehmende Mangel an Kinderärztinnen und Kinderärzten sowie weiterer Facharztpraxen verschärfe die Situation der Gesundheitsversorgung, unterstrich Landrat Riegger
Neben der medizinischen Versorgung standen auch Infrastruktur- und Mobilitätsfragen auf der Tagesordnung. Landrat Riegger verwies auf die Mobilitätskonzepte im Landkreis: „Hier konnten wir vieles verbessern.“ Steinrode bedauerte in diesem Zusammenhang die Streichung der Schulbuszuschüsse durch den Kreistag, und Landrat Riegger sicherte zu, dass diese Streichung zurückgenommen werden soll, sobald die finanzielle Lage dies zulässt. Die Hermann-Hesse-Bahn bleibt jedoch ein zentrales Projekt und eine große Herausforderung, denn überbordende Bürokratie verzögert die Umsetzung. „Wir brauchen dringend einen Ausweg aus dem Bürokratiedschungel. Fortschritt darf nicht durch endlose Genehmigungsprozesse und immer neue Auflagen blockiert werden“, stellte Steinrode klar. Auch Nagold benötige einen Bahnanschluss in die Metropolregion, betonte Riegger: „das muss trotz der finanziellen Situation auf der Agenda bleiben.“
Riegger betonte zudem die Bedeutung der Verwaltung als moderne Dienstleistungsbehörde – sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die heimische Wirtschaft. Die Transformation hin zu digitalen und KI-gestützten Prozessen spiele dabei eine zentrale Rolle. „Wir müssen als Landkreis verlässlich und handlungsfähig bleiben – trotz enger finanzieller Spielräume. Dafür brauchen wir pragmatische Lösungen und realistische Rahmenbedingungen“, erklärte der Landrat.
„Der Landkreis Calw steht vor schwierigen Aufgaben – aber er hat auch enorme Chancen“, resümierte Steinrode am Ende des Gesprächs. „Entscheidend ist, dass Land und Bund die Kommunen endlich verlässlich unterstützen, statt ihnen zusätzliche Lasten aufzubürden.“
